sankt franziskus
Kath. Kirchengemeinde Münster

2016 – Barmherzigkeit leben

2016 – Barmherzigkeit leben

Liebe Mitmenschen in Coerde und Rumphorst!

Das Jahr 2016 möchten wir in unserer Pfarrei unter das Motto „Barmherzigkeit leben“ stellen.

Wir greifen damit eine Anregung von Papst Franziskus auf, der das Jahr 2016 – auch in Erinnerung an das Zweite Vatikanische Konzil – zu einem Heiligen Jahr erklärt hat. „Barmherzigkeit“ ist eine der zentralen Attribute Gottes und Tugenden des Menschen – nicht nur im Christentum, sondern in allen Weltreligionen.

Wir laden Sie ein, sich mit der „Barmherzigkeit“ auseinander zu setzen, sie bewusster wahrzunehmen, darüber ins Gespräch zu kommen, andere an Ihren Erfahrungen, Bildern und Wünschen teilhaben zu lassen und Barmherzigkeit zu leben.

Als ein äußeres Zeichen wird eine von SchülerInnen der Hauptschule Coerde gebaute „Pforte der Barmherzigkeit“ im nächsten Jahr an verschiedenen Stellen unserer Gemeinde auf Orte der Barmherzigkeit hinweisen und für Barmherzigkeit werben.

 

Impuls zum Jahresmotto

Dieser Aufruf Jesu aus dem Lukasevangelium (Kapitel 6, Vers 36) ist das Motto des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Seine Worte ermutigen uns, die Barmherzigkeit Gottes in unserem Leben zu entdecken und selbst barmherzig zu sein. Was heißt das für uns als Sankt-Franziskus-Gemeinde?

„Ich nehme Dich an – so wie Du bist!“ Wer die Erfahrung gemacht hat, die dieser Satz zum Ausdruck bringt, versteht, was Barmherzigkeit bedeutet: Ohne es verdient zu haben, werde ich beschenkt. Und durch diese Erfahrung bin ich fähig, anderen gegenüber barmherzig zu sein. Barmherzigkeit zu empfangen und weiter zu schenken – das ist der Sinn des Heiligen Jahres.

Auch die Akzente, die unsere Gemeinde in diesem Jahr setzen wird, möchten uns dazu bewegen:

Zu Beginn der Adventszeit setzen wir uns mit der Frage auseinander, was die Bibel unter „Barmherzigkeit“ versteht, um dies dann auf unsere Gemeinde anzuwenden. Nachdem Papst Franziskus am 8. Dezember in Rom die Heilige Pforte eröffnet hat, steht am dritten Advent auch in unserer Gemeinde eine „Pforte der Barmherzigkeit“ im Zentrum. Sie wird uns im ganzen Jahr begleiten und an verschiedenen Orten in unserer Gemeinde aufgestellt werden. Diese Pforte soll Begegnungen ermöglichen und einen Raum eröffnen, in dem alle Menschen in unserer Gemeinde mit dem Jahr der Barmherzigkeit in Berührung kommen. Sie kann uns helfen, mit dem barmherzigen Blick Gottes auf alle Menschen zu schauen und uns persönlich, aber auch als Gruppe, Verband oder Kreis zu fragen, wie wir das Wort Jesu leben können: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ Darum steht die konkrete Verwirklichung der Barmherzigkeit in der zweiten Jahreshälfte im Fokus, damit der Traum von Papst Franziskus Wirklichkeit wird:

„Wie sehr wünsche ich mir, dass die kommenden Jahre durchtränkt sein mögen von der Barmherzigkeit und dass wir auf alle Menschen zugehen und ihnen die Güte und Zärtlichkeit Gottes bringen!“ (Papst Franziskus)

Ebbo Ebbing, Diakon

Gebet zum Jahr der Barmherzigkeit

Barmherziger Gott, Du suchst unter allen Umständen die Beziehung zu uns.

Du hast keine anderen Füße und Hände als unsere, um dies die Menschen spüren zu lassen. Du hast keinen anderen Mund als unseren, um zu den Menschen Ja zu sagen. Du hast kein anderes Herz als unseres, um barmherzig zu sein.

Jesus Christus, bilde immer mehr unser Herz nach Deinem Herzen. Lass uns immer mehr erfahren, wie sehr Du uns liebst. Befähige uns, mit uns, mit den anderen Menschen und mit der ganzen Schöpfung barmherzig umzugehen.

Amen.

"Jahr der Barmherzigkeit" in Sankt Franziskus

Eröffnung im Advent

1. Advent – „Barmherzigkeit in der Bibel“ – Prof. Dr. Gerhard Hotze
2. Advent – „Rund um das Jahr der Barmherzigkeit“ – André Sühling
3. Advent – „Pforte der Barmherzigkeit in unserer Pfarrei“ – Josef Ernst
4. Advent – Barmherzigkeit und Flucht – mitgestaltet vom „Institut für Theologie und Politik“
Danach wandert die „Pforte der Barmherzigkeit“ an verschiedene Stellen unserer Pfarrei.

Von Advent bis Ostern

... beschäftigen sich Gruppen und Einzelne mit dem Thema: Was bedeutet Barmherzigkeit für mich? (Erfahrungen, Bilder, Wünsche….); eine Präsentation findet im Oster-Treffpunkt und evtl. an anderen Stellen statt. Materialien dafür finden sich im Advents-Treffpunkt, auf der Homepage und in Material-Kisten in den Pfarrbüros.

Am 3. April (Weißer Sonntag) ist „Barmherzigkeits-Sonntag“!

Von Pfingsten bis zum Patronatsfest (25. September)

... geht es darum, das Jahresthema in verschiedenen Aktionen lebendig werden zu lassen. Die Ernte dieser Projekte und Aktionen kann beim Franziskusfest / Erntedankfest eingefahren werden.

Werke der Barmherzigkeit

Geistliche Werke der Barmherzigkeit

Unwissende lehren
Zweifelnde beraten
Trauernde trösten
Sünder zurechtweisen
Beleidigern gern verzeihen
Lästige geduldig ertragen
für Lebenden und Verstorbene beten
Leibliche Werke der Barmherzigkeit

Hungrige speisen, Dürstende tränken
Fremde und Obdachlose beherbergen
Nackte bekleiden
Kranke und Gefangene besuchen
Unterdrückte befreien
Tote begraben
Almosen geben

Barmherzigkeit und der Hl. Franziskus

Besonders fasziniert den Papst das Zugehen des heiligen Franz auf Arme, Kranke, vom Leben Gezeichnete: Hier sieht er sein Ideal der „Barmherzigkeit“ verwirklicht. „Als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen“, so schilderte Franz von Assisi selbst seine Umkehr. „Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt“ (Testament des heiligen Franziskus, um 1226, kurz vor seinem Tod). Papst Franziskus kommt immer wieder darauf zurück, dass man Gott nur begegne, wenn man ohne Ekel hungernde, elende, verwundete Menschen umarme. Der Weg zur Begegnung mit Jesus und mit Gott „sind seine Wunden“: „Es gibt keinen anderen“ (Predigt bei der Frühmesse, 3.7.2013).

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