Interessantes „Münster-Streitgespräch“

Am 23. Juni fand im Franz-Hitze-Haus ein interessantes „Münster-Streitgespräch“ statt, bei dem es zu großen Teilen um die Situation in Coerde ging. – So lautete die Ankündigung der Veranstaltung:

„Münster ist stolz darauf, eine Stadt mit hoher Lebensqualität, lebendigem kulturellen Leben und einem starken Gemeinschaftsgefühl zu sein. Doch hinter den Fassaden gepflegter Straßen und historischer Plätze zeichnen sich soziale Unterschiede ab: In einigen Stadtteilen nehmen Armut und Unzufriedenheit zu, und nicht alle Münsteraner:innen profitieren gleichermaßen vom Wohl stand und von der Sicherheit der Stadt. Diese Gegensätze werfen drängende Fragen auf: Welche Probleme bleiben in Münster bislang unentdeckt oder unbeachtet? Wie steht es um die soziale Balance und den Frieden in unserer Stadt? Wie kann politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe für alle gelingen?“

Und das sind einige wichtige Statements aus dem „Streitgespräch“ – verfasst von Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach, einem der Podiumsgäste und Mitglied unserer Pfarrei:

# Münster ist eine schöne Stadt und eine lebenswerte noch dazu. Aber sie ist nicht fair zu allen. In vielen Stadtteilen wächst jedes dritte Kind in Armut auf und Menschen erleben, dass sie nicht dazu gehören. 

# Gerade in den benachteiligenden Stadtteilen sind soziale Einrichtungen wichtig, um Unterstützung zu bekommen oder einfach zu erleben, dass Teilhabe doch möglich gemacht wird. 

# Vor allem Coerde leidet unter einem schlechten Ruf. Dabei zeigen Umfragen, dass der nachbarschaftliche Zusammenhalt hier gut ausgeprägt ist und der Stadtteil eine gute Entwicklung nimmt. Gemeinschaft kann helfen, Benachteiligung zu mildern. 

# Bildung von Anfang an hilft allem, vor allem Kindern aus sogenannten bildungsfernen Familien. Noch zu viele Kinder nehmen einen Kitaplatz nicht an, der ihnen Chancen für das weitere Leben ermöglicht. Ansprache und Angebote helfen hier weiter. 

# Migration wird zunehmend kritisch gesehen, auch bei uns in Münster. Zuwanderung ist aber eher Normalität, in der alternden Gesellschaft sogar notwendig und kein Skandal. Integration besser zu machen ist also eine Invention in die Zukunft, ebenso wie gute Bildung. Das wäre ein Versprechen auf Teilhabe , sodass Münster auch fairer sein kann. 

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